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Jahresbericht 2025: Hohe Nachfrage und wachsende Herausforderungen

Im Jahr 2025 führte die SPAZ insgesamt 5’506 Beratungen durch – so viele wie noch nie. Rund 40 Prozent davon waren Kurzberatungen. Der Anstieg gegenüber den Vorjahren ist vor allem auf eine präzisere Datenerfassung zurückzuführen, macht aber auch deutlich: Der Bedarf an Unterstützung für Sans-Papiers bleibt sehr hoch.

Die grosse Nachfrage stellte das Team vor erhebliche Herausforderungen. Um die Qualität der Beratung sicherzustellen, mussten zeitweise Schliessungswochen eingeführt werden. Gleichzeitig bewegen sich die Beraterinnen täglich im Spannungsfeld zwischen niederschwelligen Angeboten und komplexen rechtlichen Fragestellungen.

Langfristige Begleitung und vielfältige Zielgruppen

Neben Erstkontakten begleitete die SPAZ rund 350 Personen längerfristig, darunter viele Familien und alleinerziehende Mütter. 30 Prozent dieser Klient:innen sind Kinder. Insgesamt machen Frauen rund 40 Prozent, Männer etwa 30 Prozent der Ratsuchenden aus.

Die Mehrheit der Klient:innen lebt in der Stadt Zürich (56 %) oder im Kanton Zürich (36 %), doch auch aus anderen Kantonen wird das Angebot genutzt – ein Zeichen für die überregionale Bedeutung der SPAZ. Die meisten Ratsuchenden stammen aus Lateinamerika. Insgesamt waren die häufigsten Herkunftsländer Mongolei, Peru, Brasilien oder die Türkei.

Zentrale Beratungsthemen

Die Beratungen decken ein breites Spektrum ab. Besonders häufig waren:

  • Zivilstands- und migrationsrechtliche Fragen (25 %), etwa zu Eheschliessungen oder Geburtsregistrierungen
  • Gesundheit (25 %) – deutlich gestiegen, insbesondere bei Fragen zur Krankenversicherung und Versorgung
  • Aufenthaltsstatus (16 %), z. B. Regularisierung über Härtefallgesuche
  • Bildung (12 %), etwa Einschulungen von Kindern
  • Repression (8 %), insbesondere bei Verhaftungen ohne Aufenthaltsbewilligung

Neu erfasst wurde zudem das Thema Gewalt: 133 Beratungen betrafen insbesondere Frauen, die von häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen sind – oft unter besonders schwierigen Bedingungen.

Engagement über die Beratung hinaus

Neben der direkten Unterstützung engagierte sich die SPAZ auch 2025 stark in Sensibilisierung, Öffentlichkeitsarbeit und politischem Lobbying. Insgesamt wurden 125 Aktivitäten durchgeführt, darunter Veranstaltungen, Vernetzungstreffen und Bildungsangebote.

Ein Highlight war die Vorführung des Kurzfilms «Schattendasein», der die Lebensrealität von Sans-Papiers-Kindern sichtbar macht.

Lesen Sie hier unseren gesamten Jahresbericht 2025.